…warum Bio?

Die Vereinsziele des Gute Nachbarschaft e.V. sind „Förderung von Kunst und Kultur, (…)1 des Völkerverständigungsgedankens und des Umweltschutzes“ daher achten wir bei Lebensmitteln darauf, dass sie
aus biologischem Anbau stammen
wenig Verpackungsmüll produzieren (z.B. Großgebinde, Mehrwegflaschen)
möglichst kurze Transportwege haben
selten Fleisch enthalten oder gar komplett pflanzlicher Herkunft sind.

Wir retten und teilen Lebensmittel (www.foodsaving.de), erhalten auch öfters mal Spenden oder Kostbarkeiten aus eigenem Anbau. Auch unser Mietergarten trägt immer mehr Früchte, die wir immer direkt verwerten können.

Dafür gibt es mehrere Gründe:
Die Zukunft isst vegetarisch
Die durchschnittliche Ernährungsweise der Industrienationen ist nicht nur ungesund für die Menschen selbst, sondern im Flächenbedarf nicht tragbar. Die Futtermittel für die in Deutschland konsumierten tierischen Produkte wie Fleisch, Eier, Milch müssen zu großen Teilen importiert werden. Dafür werden unter anderem in anderen Ländern Biosysteme zerstört und die dort lebenden Menschen von ihren Ländereien vertrieben. Dass dies nicht zur Völkerverständigung beiträgt, liegt auf der Hand. Gerecht ist es ebenfalls nicht und auch nicht zukunftsfähig. Die Lösung ist recht einfach mit der Reduktion von tierischer Nahrung zu erreichen. Manche essen nur wenig Fleisch, andere gar keins und auch gibt es Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren. All diese Lebensweisen sind uns willkommen und wir wollen keinen Menschen ausschließen. Sollten wir mal kein Fleisch anbieten, was bei unseren Freitagsveranstaltungen oft der Fall ist, so bitten wir obligate Karnivoren um Nachsicht. Du wirst keinen B12-Mangel erleiden, wenn Du abends kein Schnitzel bekommst. Ansonsten gibt es noch gastronomische Hilfestellen in nächster Nähe. Aber jetzt mal im Ernst: Ein- oder zweimal pro Woche Fleisch zu essen ist vollkommen ausreichend und kann sogar bereichernd sein, wenn mehr Abwechslung auf den Tisch kommt. Wir bieten mit unserem Angebot nicht nur die Möglichkeit, das mal auszuprobieren, sondern auch Ideen für die eigene Küche.

Bio mit Verantwortung
Die technisierte Herstellung von Lebensmitteln in der heutigen Ausprägung ist nicht nachhaltig. Maschinen und Betriebe werden immer größer, in immer kürzerer Zeit muss die Arbeit erledigt werden und dies lässt keine Rücksicht auf die Bodenstruktur oder die beteiligten Lebewesen zu. Zwei Beispiele: 1) Die „pfluglose Bodenbearbeitung“ sorgt dafür, dass riesige Flächen mit dem Totalherbizid Glyphosat behandelt werden, um einen Arbeitsgang zu sparen. In Folge ist beispielsweise Bier mittlerweile immens mit Glyphosat belastet. Denn sogar das reifende Getreide wird -entgegen der Regeln guter landwirtschaftlicher Praxis- mitunter kurz vor der Ernte mit Glyphosat abgetötet, um schneller und einfacher produzieren zu können. In einer Untersuchung enthielt Bier mehr von dem Gift, als im Trinkwasser erlaubt ist. Na denn: Prost!
2) In der konventionellen Putenmast wachsen die Tiere so schnell, dass ihre Beine das Gewicht kaum tragen können. Den Tieren werden Medikamente ins Futter gemischt, was aber nicht gegen häufige Verletzungen hilft. Durch die artfremde Stallhaltung in großen Gruppen passiert es bei Störungen oft, dass alle Puten in eine Ecke fliehen und dabei über die eigenen überlasteten Beine stolpern und von ihren Artgenossen totgetrampelt werden. All dies passiert nur, weil Putenfleisch in großen Mengen benötigt wird, es aber kaum eine Wertschätzung für artgerechte Tierhaltung gibt. Vielleicht doch ein Grund, mal einen pflanzlichen Brotaufstrich anstelle der Putenwurst zu probieren?

Die Reihe von unschönen Beispielen ließe sich fast endlos ergänzen. Auch Biolandwirtschaft ist nicht fehlerfrei und muss sich berechtigter Kritik stellen. Aber die Marschrichtung der konventionellen Landwirtschaft lässt alle unter die Räder kommen: Mensch, Tier, Umwelt. Dazu braucht es Gegenentwürfe und auch Konsum auf eine andere Weise.

Dankeschön
Als Dankeschön für die ökologische Bewirtschaftung erhalten wir von unserem Vermieter eine großzügige Spende -auf die wir uns verlassen können. Wenn wir konsequent Bio-Lebensmittel verwenden, erhalten wir durch ein kleines Abkommen als Gegenwert den größten Teil unserer Miete als Spende zurück. Dadurch können wir auch günstige Preise anbieten was auch für das Anmieten der Räume für private Feiern gilt.

Als Konsequenz der aufgeführten Gründe heißt es auch bei unseren Gemeinschaftsbuffets an Silvester und Karneval: Alle bringen etwas mit (gerne bio) und alle essen mit. Dies ist aber nur ein Wunsch, kein Dogma. Ebenso verhält es sich bei der privaten Nutzung der Räume (samstags möglich), Speisen sollten bio sein, dies wird aber nicht kontrolliert. Im Gegenzug ist die Miete für Privatpersonen besonders niedrig, wir möchten unseren Vorteil gerne weitergeben und die Mehrkosten kompensieren. Da in der Vergangenheit aber das Vertrauensprinzip oft dazu geführt hat, dass ausschließlich konventionelle Getränke, ökologisch sinnlos oft noch in Einwegverpackungen (Einweg-Pfand erzeugt Müll und ist kein umweltfreundlicher Mehrweg) konsumiert wurden, ist zumindest bei den Getränken die Einhaltung der Regel nachzuweisen. Beim Bezug von Biogetränken können wir allerdings helfen, je nach Vorratslage kannst Du vielleicht auch direkt aus unserm Keller versorgt werden.
Sicher hast Du Verständnis für diese Maßnahme, andernfalls würden wir nicht nur unsere Spendenzusage gefährden, sondern auch unseren Vereinszielen nicht gerecht werden.